ernährung bei arthrose

Abnehmen ist bei Arthrose besonders wichtig und dient als wirkungsvoller Baustein während der Behandlung. Betroffene, die dafür sorgen, ihr Normalgewicht beizubehalten oder ihm endlich näherzukommen, beugen mit diesem Vorgehen Schmerzen vor oder können diese aktiv lindern. Doch viele Menschen haben Angst vor Veränderungen und davor, was sie dadurch verpassen könnten – in diesem Fall den Genuss Ihrer Lieblingsspeisen und den Spaß am Essen. Wir vermitteln Ihnen in den nachfolgenden Zeilen genau 3 Gründe, warum das Abbauen von Übergewicht für eine Schmerzlinderung sorgt.

Diät bei Arthrose – hilft das wirklich?

Eines sollten wir vielleicht bereits vorab klären: Es gibt nicht die EINE Arthrose-Diät, mit der Sie kontinuierlich Gewicht verlieren und gleichzeitig all Ihre Gelenkbeschwerden wegzaubern können. Aber, eine gut geplante Diät sorgt zum einen für die Umsetzung einer entzündungshemmenden Ernährung und zum anderen wirkt sie sich schmerzlindernd auf eine entzündlich aktiviert Arthrose aus. Ebenso entlastet die Gewichtsreduktion Ihre Gelenke.

Demnach gibt es mehrere Wege, über die sich ein geringerer Anteil an Körperfett positiv auswirken kann. Hierzu gehören folgende:

Vorteil 1: Übergewicht zählt zum größten Feind der empfindlichen Gelenke. Es erhöht zum Bespiel die mechanische Belastung, der Sie Tag für Tag ausgesetzt sind. Patienten mit Übergewicht und einer Knie-Arthrose Erkrankung können, durch eine Gewichtsreduktion, das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten. Ebenso können sie dadurch ihrem Knie zusätzliche Belastung nehmen.

Vorteil 2: Fettgewebe gibt in regelmäßigen Abständen Botenstoffe an unseren Körper ab. Hierzu zählen auch Adipokine und Zytokine. Beide Botenstoffe können zum Abbau des Gelenkknorpels führen und schmerzhafte Entzündungen fördern. Nach einer Gewichtsabnahme sondert das Fettgewebe auch weniger Adipokine und Zytokine ab. Dadurch wird der Gelenkknorpel weniger stark angegriffen.

Vorteil 3: Diabetes mellitus Typ 2 ist eine unangenehme Folgeerkrankung des Übergewichts. Wer abnimmt, der senkt das Risiko für eine derartige Erkrankung. Schon allein das ist Grund genug dafür, um auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Doch es gibt auch noch andere negative Folge von Übergewicht – Ein schlecht eingestellter Blutzucker schadet nämlich der Gelenkgesundheit. Eine Diabetes Typ 2 Erkrankung verdoppelt also das Risiko für Gelenkverschleiß an der Hüfte und den empfindlichen Knien.

Das eigene Gewicht beurteilen – Bei Arthrose das A und O: Untergewicht, Normalgewicht oder Übergewicht?

Um abschätzen zu können, ob Sie Ihren Gelenken zu viel Gewicht zumuten, sollten Sie Ihren Body-Mass-Index auch BMI genannt, berechnen. Ihren BMI berechnest Sie, indem Sie Ihr Körpergewicht in Kilogramm durch Ihre Körpergröße in Metern zum Quadrat teilen.

Ein kurzes Beispiel zur Veranschaulichung:

BMI: Körpergewicht in kg / Körpergröße m2

Mit einem weiteren Beispiel möchten wir das Ganze nochmal vereinfachen: Bei einer 90 kg schweren und 1,70 m großen Person berechnet sich der Body-Mass-Index wie folgt:

BMI= 90 kg / (1,70 m x 1,70 m) = 90 kg / 2,89 m2 = 31,1 kg/m2

An dieser Stelle fragen Sie sich vermutlich, was es mit diesem berechneten Wert überhaupt auf sich hat. Was bedeutet der BMI-Wert für Arthrose-Patienten?

  • Ein BMI unter 18,5 kg/m2 steht für Untergewicht. Auch in diesem Fall können Sie davon profitieren, sich entzündungshemmend zu ernähren, doch abnehmen sollten Sie keinesfalls.
  • Liegt der BMI zwischen 18,5 und unter 25 kg/m2, dann befinden Sie sich im Bereich des Normalgewichts. Eine Gewichtsreduktion ist demnach nicht notwendig. Im Optimalfall befolgen Sie einfach weiterhin die Empfehlungen für eine entzündungshemmende Ernährung. Dadurch können Sie Ihre Gelenkbeschwerden lindern.
  • Befinden sich Ihr BMI zwischen 25 und 30 kg/m2, dann deutet dies darauf hin, dass Sie übergewichtig sind. Ihre Gelenke würden es Ihnen vermutlich danken, wenn Sie eine Diät anstreben.
  • Ein BMI von über 30 kg/m2 liegt dann vor, wenn Sie adipös sind. Für Ihre Gelenke ist das eine große Last. Zudem ist auch das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes Typ 2 deutlich höher. Eine Diät ist auf jeden Fall sinnvoll. Zur Unterstützung können Sie sich auch eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. In der Regel werden die Kosten hierfür von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst.

Realistische Ziele unterstützen Sie auf dem Weg zum Wunschgewicht

Eine Gewichtsreduktion darf keinesfalls zu schnell erfolgen. In 4 Wochen zur Traumfigur, in 5 Tagen 10 Kilo weniger und über Nacht zur Strandfigur – Die Medien sind voll von derartigen Crash-Diäten mit Wunderversprechen. Diese hören sich zwar sehr verlockend an, sind aber absolut unrealistisch. Damit erreichen Sie langfristig überhaupt nichts. Schließlich ist Ihr Körper einfach zu schlau. Warum – ganz einfach: Die extreme Einschränkung der Energiezufuhr bei Blitzdiäten sorgt dafür, dass Ihr Körper seinen Energieverbrauch runterfährt. Er merkt schnell, dass er mit der wertvollen Restenergie gut haushalten muss. Sobald Sie die Blitzdiät wieder beenden, bleibt Ihr Körper aber weiterhin in seinem Energiesparmodus, obwohl Sie ihm gleichzeitig wieder mehr Energie zuführst. Auf diesem Weg nehmen Sie zu, obwohl Sie vielleicht gleich viel oder sogar weniger essen als vor der Diät. Herzlich Willkommen, gefürchteter Jo-Jo-Effekt! Diese Vorgehensweise ist frustrierend und zugleich auch absolut nicht zielführend.

Eine gesunde, nachhaltige und effektive Gewichtsreduktion erzielen Sie hingegen, indem Sie täglich etwa 400 bis 800 Kalorien weniger zu sich nehmen, als Sie letztlich verbrauchen. Dieses Vorgehen wird sich nicht nur positiv auf Ihre Arthrose Erkrankung auswirken, sondern auch auf Ihr inneres Wohlbefinden.

Bilder Quellen:
© Robert Kneschke / Fotolia

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