arthrose und sport

Lassen sich Arthrose und Sport miteinander vereinbaren? Verursacht Krafttraining Arthrose in den Gelenken? Mythos oder doch die Wahrheit? Wir verraten es Ihnen!

Sie haben bestimmt schon mal davon gehört, dass bei sportlichen Aktivitäten und ganz besonders bei Krafttraining aufpasst werden muss, um keinen Gelenkverschleiß herbeizurufen. Aufpassen deshalb, weil Sport den passiven Bewegungsapparat zu stark belasten und abnutzen könnte. Sind Sie erst einmal an einer Arthrose erkrankt, dann kann es zu dauerhaften Schmerzen in den betroffenen Gelenken kommen. Mit Sport wird es dann oftmals sehr schwierig, denn viele Betroffene gehen davon aus, dass sie ihre sportlichen Aktivitäten stark einschränken müssen. Handelt es sich hierbei um ein Ammenmärchen oder stimmen diese Behauptungen? Die Antwort hierauf finden Sie in den kommenden Zeilen!

 

Gelenkverschleiß und Sport: Sinnvoll oder weniger empfehlenswert?

Zuerst einmal solltest Du wissen, dass lediglich 10 Prozent des Gewichts auf das menschliche Skelett entfallen. Fast die Hälfte davon entfällt auf unsere Muskulatur – Dadurch werden unsere Gelenke schon enorm entlastet. Ein weitere Fehler, der häufig gemacht wird: Wir sehen unseren passiven Bewegungsapparat also die Knochen, Gelenke, Knorpel, Sehnen, Bänder, Bandscheiben und Menisken als Abnutzungsmaschine an. Ein weitverbreiteter Mythos ist daher folgender: Ein hohes Maß an sportlichen Aktivitäten und Bewegung = Eine hohe Abnutzung der Gelenke.

Diese Annahme ist jedoch vollkommen falsch, denn unser Skelett besteht aus lebendem Gewebe, das auf jegliche Art von Belastung reagiert. Demnach passt es sich je nach Situation an die Gegebenheiten an. Im Inneren unserer Knochen befinden sich knöcherne Schwammsubstanzen. Kommt es durch Druck und Zug zu einer äußerlichen Belastung, dann reagiert der Körper dementsprechend darauf und passt die einzelnen Strukturen an. Es verdichten sich nicht nur die Knochen, sondern es bilden sich auch zusätzliche Halterungen, Streben und Platten (bildlich ausgedrückt) aus, um dem Knochen Stabilität für die Belastung zu verleihen. Unsere Knochen sind also nicht nur starres und steifes Material, sondern passen sich den akuten Lebensumständen an. Das Gleiche gilt natürlich auch für unsere Gelenke, Sehnen und Bänder. Ebenso aber auch in die andere Richtung, denn wenn die aufgebauten Strukturen nicht genutzt werden, dann werden sie einfach wieder abgebaut.

Das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ trifft es hier genau zu!

Wahrheit: Wer rastet, der rostet!

Wieder bei unserem Sprichwort angelangt, müssen wir folgende Aussage treffen: Es gibt keinen Grund dafür, um auf Sport zu verzichten. Wir Menschen sind dazu gemacht, uns zu bewegen und zu belasten. In unserer heutigen, schonungsvollen Gesellschaft müssten viel mehr Menschen trainieren, um dem gefürchteten Gelenkverschleiß vorzubeugen, denn die die Anzahl der an Arthrose und Osteoporose erkrankten Menschen hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt. Eines ist sicher, die Gründe für Arthrose sind wo völlig anders begraben. Gründe hierfür sind zum Beispiel zu wenig Belastung, ruckartige Bewegungen und einseitige Belastungen. Nicht schweres Krafttraining, sondern falsches Training ruft Arthrose hervor! Eine mangelhafte Koordination kann zu Knochen- und Gelenkproblemen führen. Weitere Ursachen sind aber auch Übergewicht und eine unausgewogene Ernährung.

Ich habe schon eine Arthrose Diagnose, darf ich trotzdem trainieren?

In dieser Thematik können wir leider keine allgemeingültige Aussage treffen, denn dies sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt abklären. Ihr Arzt weiß am besten, in welchem Stadium sich die bestehende Arthrose befindet und in welchem Maß Sport erlaubt bzw. geeignet ist. Ebenso entscheidend ist natürlich auch die betroffene Körperregion, also der Ort an dem sich die Arthrose befindet. Besonders häufig betroffen sind Hüfte, Knie und Schultern. Wir empfehlen Ihnen an dieser Stelle, einen auf Arthrose spezialisierten Arzt aufzusuchen. Ebenso wichtig ist es, die Ursache der Erkrankung zu finden, denn nur so kann eine weiterer Gelenkverschleiß verhindert werden.

In den meisten Fällen kann jedoch trotz Arthrose Krafttraining betrieben werden. Gibt der Arzt das finale “Ok”, dann solltest Sie sich unbedingt direkt an Ihre sportlichen Übungen machen, denn auch durch Sport kann ein weiterer Gelenkverschleiß verhindert werden. Zu Beginn können Sie es mit Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking versuchen. Da sich beim Thema Arthrose keine pauschalen Tipps hinsichtlich der richtigen Sportart etabliert hat, macht es durchaus Sinn, individuell herauszufinden, welche Sportart die besten Erfolge erzielt.

Möchten Sie direkt mit Krafttraining starten, dann sollten Sie stets auf die richtige Technik achten. Bei unkorrekten Übungsausführungen kann es schnell zu Schäden kommen. Gleiches gilt natürlich auch für die optimale Dosis – trainiere am besten 2 bis 3 mal pro Woche. Diese Dosis reicht für einen positiven Effekt völlig aus. Möchten Sie öfter trainieren, dann sollten Sie ihren Trainingsplan mit einem qualifiziertem Trainer abstimmen, denn nur so können Sie sicher gehen, dass Sie ihren Körper nicht all zu sehr zu belasten.

Unser Fazit

Als Fazit bzw. Empfehlung können wir nur jedem Krafttraining ans Herz legen, völlig egal ob betroffen oder nicht betroffen. Sofern Sie nachfolgende Regeln berücksichtigen, schädigen Sie Ihren Körper nicht, sondern bauen diesen zu einem stabilen Fundament auf:

  1. Trainieren Sie sauber und korrekt, lasse Sie Ihre Trainingsausführung am besten regelmäßig kontrollieren
  2. Steigern Sie Ihre Trainingsgewichte langsam und vor allem kontrolliert.
  3. Ernähren Sie sich gesund, ausgewogen und zielorientiert.

Bidlquelle: © Halfpoint /01 Fotolia

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