Irrtümer Gelenke

Was wären wir nur ohne unsere wertvollen Gelenke? Klar, wir wären völlig steif und starr. Wer sich auf Lebenszeit an seiner Mobilität erfreuen möchte, der sollte alles dafür tun, um die eigenen Gelenke fit zu halten. Allerdings klappt das häufig mehr schlecht als recht. Zahlreiche Studien belegen diese Aussagen, denn nahezu jeder fünfte Deutsche gab bei Befragungen an, dass bei ihm schon eine Arthrose festgestellt wurde. Doch wie soll man nach einer derartigen Diagnose weiter vorgehen? Genau darüber herrscht oft Unklarheit und zahlreiche Betroffenen sitzen Fehleinschätzungen auf, die den Gelenkverschleiß deutlich verstärken. In unserem nachfolgenden Ratgeber, möchten wir Dich über die 7 größten Irrtümer in Hinblick auf Arthrose Erkrankungen informieren.

 

Arthrose-Irrtum #1 – Schonung ist die beste Medizin: Vollkommen falsch!

Um einen akuten Gelenkverschleiß wieder in den Griff zu bekommen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern, ist sanfte Bewegung das A und O. Nach Absprache mit Deinem Arzt solltest Du daher in regelmäßigen Abständen gelenkschonenden Sport ausüben. Deine sportliche Aktivität sorgt nicht nur für den Aufbau eines stabilen Muskelkorsetts, sondern stützt und schützt zugleich auch Deine Gelenke. Auch der stetige Wechsel von Be- und Entlastung ist bei einem Gelenkverschleiß von wichtiger Bedeutung, denn nur so wird der als stützende Stoßdämpfer wirkende Knorpel innerhalb Deiner Gelenke ausreichend ernährt.

Hilfreiche Übungen zur Linderung bei Arthrose bedingten Schmerzen:

  • Sanfte und leichte Kraftübungen – Absolviere regelmäßig ein Muskeltraining mit leichten Gewichten, ohne dabei Deine Gelenke zu sehr in Anspruch zu nehmen, weder durch Druckaufbau noch durch zu viel Bewegung.
  • Leichtes und angenehmes Ausdauertraining – Auch hier gilt leichtes Training wie Radfahren, Schwimmen oder Walken, ohne dabei die betroffenen Gelenke zu sehr zu belasten.
  • Leichte Gymnastikübungen – Führe diese Übungen weder zu lange noch mit zu viel Druck auf Deine Gelenke aus.
  • Yoga und Tai Chi – Beide Formen beinhalten Übungen, die Deinen Gelenken zu Gute kommen, ohne dabei zu stark zu belasten. In diesem Bereich kannst Du fast alle Übungen ausnahmslos übernehmen.

 

Arthrose-Irrtum #2 – Knackende und knirschende Gelenke sind halb so schlimm: Trifft nicht immer zu!

Hin und wieder verursachen platzende Gasbläschen ein lautes aber harmloses Knacken. Treten derartige Geräusche allerdings häufiger auf, dann kann aber auch eine Arthrose dahinter stecken. Abgeriebene Knorpelpartikel können dabei ähnlich wie Sand im Getriebe wirken und Knacklaute von sich geben. Aber auch fortschreitende Schädigungen lassen betroffene Gelenke knacken und knirschen – Derartige Vorkommnisse solltest Du daher unbedingt von einem Arzt abklären lassen.

 

Arthrose-Irrtum #3 – Gelatine kann kaputte Knorpel reparieren: Stimmt leider nicht!

Richtig ist, dass Lebensmittel wie Gummibärchen und Wackelpudding oft Gelatine enthalten und so ein wenig zur Knorpelregeneration beitragen können. In diesem Fall müsstest Du allerdings Unmengen von Gummibärchen und Wackelpudding verspeisen, um einen wirklich spürbaren und nachweislichen Effekt erzielen zu können.

 

Arthrose-Irrtum #4 – Bestehende Gelenkschmerzen werden durch Kühlung am besten gelindert: Trifft nur manchmal zu!

Bei klassischen Arthrose Schmerzen werden häufig Wärmetherapien wie zum Beispiel Fango empfohlen. Anders sieht es bei entzündeten Gelenken aus, denn hier wäre Wärme kontraproduktiv und daher werden betroffene Gelenke gerne mittels Kältekompressen gekühlt. In diesem Fall spricht man allerdings nicht von einer Arthrose, sondern von einer Arthritis – Betroffene Gelenke sind gerötet, überwärmt und deutlich angeschwollen. Ganz so easy ist die richtige Therapieentscheidung allerdings nicht immer zu treffen, daher raten die meisten Ärzte dazu, im Zweifelsfall beide Optionen auszuprobieren, um dann selbst beurteilen zu können, was den schmerzenden Gelenken besser hilft.

 

Arthrose-Irrtum #5 – Nasskaltes Wetter begünstigt Gelenkschmerzen: Stimmt nicht ganz!

Es stimmt, dass zahlreiche Arthrose Betroffene in den kalten Herbst- und Wintermonaten stärker unter den schmerzenden Gelenken leiden, doch häufig ist hierfür nicht die Kälte verantwortlich. Experten gehen davon aus, das Arthrose Patienten bei schlechtem und nasskaltem Wetter deutlich seltener zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind als in der warmen Sommerzeit. Genau dieser Bewegungsmangel begünstigt in Folge dessen eben stärkere Gelenkschmerzen. Daher gilt: Bleibe auch im Winter stets aktiv , indem Du täglich einen 30-minütigen Spaziergang absolvierst.

 

Arthrose-Irrtum #6 – Gelenkbeschwerden sind natürliche Alterserscheinungen und Arthrose ist ausschließlich genetisch bedingt: Stimmt nicht ganz!

Eine genetische Veranlagung kann, zumindest teilweise, eine frühzeitige Abnutzung des Knorpelgewebes begünstigen, doch trotz alle dem zählen zu wenig Bewegung, Übergewicht und muskuläre Fehlbelastungen zu den Hauptverursachern schmerzender sowie entzündeter Gelenke. Was wirklich hilft, ist ausreichend und gezielte Bewegung sowie eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

 

Arthrose-Irrtum #7 – Nur Schmerzmittel lindern Arthrose bedingte Schmerzen: Falsch!

Es gibt eine Vielzahl nicht-medikamentöser Maßnahmen, die für eine Schmerzlinderung sorgen können. Hierzu zählen folgende: Physiotherapie, Behandlung mit Wärme und Kälte, Verwendung von Schuheinlagen, Gehstöcken und Taping, die Einnahme von Vitaminen aber auch eine gute Patientenaufklärung kann für weniger Schmerzen sorgen.

 

Unser Fazit

Da nun einige der weitverbreiteten Arthrose-Irrtümer aus dem Weg geräumt sind, versuchen wir Betroffenen noch weiter Hoffnung zu geben. Bis vor kurzem konnten Arthrose Patienten nur darauf hoffen, dass die Erkrankung nicht allzu schnell voranschreitet, da fehlendes Wissen es ihnen nicht ermöglichte, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Heute dagegen weiß man, was die Ursachen der Knorpelabnutzung sind und kennt eine Vielzahl von Heilmitteln. Eine der am einfachsten umzusetzenden und wirksamsten Maßnahmen ist die Gewichtsreduktion durch mäßig körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Natürlich erfordert diese Maßnahme einiges an Selbstdisziplin, doch den Aufwand ist es wert!

 

Bildquelle: © Rido / AdobeStock

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